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Pressemitteilung – Sommerferien entzerren, Familien entlasten: BAG Familienerholung e.V. warnt vor engeren Ferienkorridoren

11. Juni 2026

(Banszerus, 09.06.2026)

In der aktuellen Debatte um einen späteren Beginn der Sommerferien weist der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung e.V. (BAG FE) darauf hin, dass schulorganisatorische Fragen immer auch aus Sicht von Familien betrachtet werden müssen. Eine verlässliche und möglichst entzerrte Ferienplanung ist für viele Familien eine zentrale Voraussetzung, um bezahlbare Erholung überhaupt planen zu können.

Hintergrund ist die Forderung des Deutschen Philologenverbands, die Sommerferien künftig nicht mehr vor dem ersten Juli-Wochenende beginnen zu lassen. Begründet wird dies unter anderem mit engen Zeitfenstern für Abiturprüfungen, Korrekturen und Nachprüfungen. Die BAG FE betont, dass diese Perspektive nachvollziehbar ist. Gleichzeitig darf eine mögliche Neuregelung nicht dazu führen, dass sich die Ferienzeiten insgesamt auf einen noch kürzeren Zeitraum verdichten.

Eine entzerrte Ferienlage gibt mehr Familien die Möglichkeit, bezahlbare Urlaubsangebote zu nutzen. Wenn sich die Nachfrage nach Familienurlaub auf wenige Wochen konzentriert, werden Kapazitäten knapper. Das kann dazu führen, dass Familien weniger Auswahl haben, früher buchen müssen und insbesondere preisgünstige Angebote schneller ausgebucht sind.

Die knapp 80 gemeinnützigen Familienferienstätten der BAG FE bieten bundesweit familienfreundliche Urlaubsorte, die Erholung, Gemeinschaft und familienbezogene Angebote miteinander verbinden. Viele Häuser sind besonders in den Sommerferien stark nachgefragt. Anders als kommerzielle Anbieter können gemeinnützige Familienferienstätten ihre Kapazitäten in der Hauptsaison nicht beliebig ausweiten. Eine stärkere Bündelung der Ferienzeiten würde deshalb den Druck auf freie Plätze zusätzlich erhöhen.

Als Teilbereich der Kinder- und Jugendhilfe kann das Arbeitsfeld Familienerholung nach § 16 SGB VIII als präventive Maßnahme zur Stärkung von Familien dienen. Das gilt vorrangig für Familien in besonderen Belastungssituationen. In vielen Bundesländern stehen Förderungen der Familienerholung zur Verfügung, um Familien während einer Erholungszeit auch finanziell zu entlasten.

„Gemeinsame Zeit als Familie ist kein Luxus, sondern wichtig für Zusammenhalt, Erholung und das Miteinander. Eine ausgewogene und entzerrte Ferienplanung hilft dabei, dass Familien unabhängig von ihrem Einkommen Zugang zu bezahlbaren Urlaubs- und Erholungsangeboten haben. Deshalb sollten wir die aktuelle Diskussion nicht allein aus der Perspektive einzelner Interessen führen. Notwendig ist eine breite Debatte, die die Auswirkungen auf Familien und Schulen, aber auch auf die Tourismuswirtschaft, Arbeitgeber und die Träger von Familienerholung gleichermaßen in den Blick nimmt. Am Ende muss das Ziel sein, gemeinsam Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen von Familien gerecht werden und soziale Teilhabe ermöglichen“, sagt Catarina dos Santos-Wintz, MdB (Vorstandsmitglied BAG FE).

Die BAG FE spricht sich deshalb dafür aus, die Debatte um den Ferienbeginn breiter zu führen. Neben den berechtigten Anliegen von Schulen und Lehrkräften müssen auch soziale Teilhabe, bezahlbare Familienerholung und ausreichende Kapazitäten berücksichtigt werden. Entscheidend ist aus Sicht der BAG FE nicht allein der konkrete Ferienbeginn, sondern einausreichend breiter Ferienkorridor, der Familien Planungssicherheit gibt und Nachfrage besser verteilt.

Über die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung e.V. ist der bundesweite Zusammenschluss gemeinnütziger Träger der Familienerholung. Zur BAG FE gehören die Evangelische Familienerholung, der Katholische Arbeitskreis für Familienerholung e.V. sowie der Gemeinsame Arbeitskreis Familienerholung mit Arbeiterwohlfahrt, NaturFreunden Deutschlands und Paritätischem Gesamtverband. Die BAG FE vertritt knapp 80 gemeinnützige, zertifizierte und anerkannte Familienferienstätten in Deutschland mit jährlich über 1,5 Millionen Übernachtungen.

Kontakt

Johanna Banszerus

Fachreferentin

Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung e.V.

c/o Verband der Kolpinghäuser

St.-Apern-Straße 32 50667 Köln

Telefon: 0221 / 29 24 13 – 17